Schließen Sie die Augen und versuchen Sie für die nächsten sechzig Sekunden, auf gar keinen Fall an einen weißen Bären zu denken. Sie werden feststellen, dass Ihr Verstand augenblicklich von weißen Bären überflutet wird. Was wie ein harmloser Partyspaß klingt, ist in Wahrheit der Schlüssel zu unseren tiefsten psychologischen Abgründen. Befehl zum Vergessen beleuchtet die bahnbrechende Arbeit des Psychologen Daniel Wegner zur "Ironischen Prozess-Theorie". Das Buch erklärt die fatale Architektur der Gedankenunterdrückung. Wenn wir versuchen, einen Gedanken – sei es ein Trauma, eine Sucht oder bloß eine peinliche Erinnerung – gewaltsam zu verbannen, teilt sich unser Gehirn in zwei Prozesse auf. Ein Teil sucht nach Ablenkung, während ein Überwachungsteil ständig scannt, ob der verbotene Gedanke noch da ist. Genau dieser Überwachungsprozess sorgt für den katastrophalen Rebound-Effekt. Unter Stress bricht die Ablenkung zusammen, und der verbotene Gedanke kehrt mit doppelter Zerstörungskraft zurück. Das erklärt, warum Diäten Heißhunger auslösen und warum das Unterdrücken von Panik zu Panikattacken führt. Befreien Sie sich aus dem mentalen Gefängnis. Wer versteht, warum der Versuch des Vergessens die Erinnerung nur einbrennt, lernt endlich, radikale Akzeptanz als einzig wirksame Strategie gegen ungewollte Gedankenkarusselle einzusetzen.
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Befehl zum Vergessen: Die Ironische Prozess-Theorie und warum wir nicht an nichts denken können
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