Eine alltägliche Geschichte (1847) zeichnet den Weg des provinziellen Idealisten Alexander Adujew, der in Sankt Petersburg unter dem Einfluss seines nüchternen Onkels Pjotr Iwanowitsch ernüchtert. Zwischen Büro, Salon und Markt kollidieren romantische Erwartung und pragmatische Vernunft. Mit ironischer Distanz, psychologischer Präzision und klarer Dialogführung formt Gontscharow einen frühen realistischen Bildungsroman, der die normative Macht des Alltäglichen in der urbanen Moderne sichtbar macht. Iwan A. Gontscharow (1812–1891), aus einer Kaufmannsfamilie in Simbirsk, studierte in Moskau und diente lange als Übersetzer und Beamter in Petersburg. Diese Doppelperspektive – Provinzsohn und Hauptstadtangestellter – speist die Konstellation Adujew/Onkel. Im Umfeld der nach-gogolschen Prosa und der "Natürlichen Schule" entwirft er eine Poetik der Desillusionierung, die er später in Oblomow vertieft; Eine alltägliche Geschichte markiert den Auftakt. Zu empfehlen ist das Buch allen, die die Frühphase des russischen Realismus, die Psychologie der Enttäuschung und die Mechanik sozialer Anpassung verstehen möchten. Als präzise Milieustudie und Formationserzählung öffnet es Forschenden wie interessierten Laien einen klaren Blick auf die 1840er Jahre. Wer die Spannung zwischen Empfindsamkeit und Effizienz studieren will, findet hier ein exemplarisch komponiertes Gegenstück zur romantischen Lebenslüge. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
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Eine alltägliche Geschichte (Zusammengefasste Ausgabe): Bereicherte Ausgabe. Melancholische Charakterstudie des russischen Alltags: Einsamkeit, Familienbande und Gesellschaftskritik im 19. Jahrhundert
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