Die Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt ist seit Jahren eines der prävalenten Themen in der öffentlichen Debatte. Vor dem Hintergrund einer wahrgenommenen Zusammenhaltskrise untersucht dieses Buch, welchen Beitrag zur sozialen Kohäsion Nachrichtenmedien leisten. Im Mittelpunkt steht dabei theoretisch wie empirisch aufzuarbeiten, über welche Mechanismen Medien den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken können.
Dazu wird der komplexe Zusammenhaltsbegriff zunächst interdisziplinär theoretisch aufgearbeitet. Anschließend wird auf Basis öffentlichkeitstheoretischer Überlegungen ein normativ-theoretisches Analysemodell entwickelt, das konzeptualisiert, wie Nachrichtenmedien über die angemessene Repräsentation der gesellschaftlichen Vielfalt positiv zu gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen können. Die empirische Überprüfung des Modells zeigt, dass mediale Repräsentation tatsächlich ein relevanter Faktor für soziale Kohäsion ist: Nehmen sich Menschen als angemessen in der Berichterstattung repräsentiert wahr, empfinden sie auch mehr Zusammenhalt. Die Arbeit leistet damit einen wichtigen Beitrag, die gesellschaftliche Funktion von Nachrichtenmedien näher zu bestimmen.