Sechs Nächte, sechs Begegnungen, eine Frage, die sich wie ein Bohrer durch vier Milliarden Jahre altes Gestein arbeitet: Was liegt unter dem Sand? Beat Gschwends Erzählungsband führt uns auf einen Mars, der nicht die glatte Kulisse klassischer Science-Fiction ist. Hier herrschen Protokolle, Notizbücher mit Uhrzeiten, das Summen von Neonröhren und die schweigende Last der wissenschaftlichen Einsamkeit. In sechs eigenständigen, doch thematisch eng verwobenen Begegnungen begegnen wir Figuren, die weit von der Erde entfernt auf etwas stoßen, das die Sprache der Wissenschaft an ihre Grenzen bringt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der menschliche Geist reagiert, wenn das Messbare plötzlich ins Unerklärliche kippt. Gschwend entwirft Charaktere, die nicht durch Abenteuerlust auf den Mars gekommen sind, sondern durch Verlust, durch Flucht vor dem, was sie nicht aussprechen können. Ihre innere Welt ist so präzise beschrieben wie die Frequenzwerte auf ihren Monitoren, und genau dieser Kontrast zwischen äußerer Kälte und innerem Aufruhr verleiht dem Band seine besondere Wucht. Die Sprache ist dicht, nüchtern und dabei von einer eigentümlichen Lyrik durchzogen. Gschwend vertraut seinem Lesepublikum: Es wird keine Hand gehalten, keine Auflösung serviert. Was unter dem Sand liegt, bleibt in der Schwebe zwischen wissenschaftlicher Anomalie und etwas Tieferem, das sich dem Benennen widersetzt. Wer nach Science-Fiction mit philosophischer Tiefe sucht, nach Texten, die lange nachklingen und unbequeme Fragen über Erinnerung, Wahrnehmung und das Aushalten von Ungewissheit stellen, findet hier sechs außergewöhnliche Erzählungen, die das Genre weit hinter sich lassen.
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Was unter dem Sand liegt: Sechs Begegnungen mit dem urzeitlichen Mars
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