Das monumentale OEuvre Avicennas (980-1037) prägte die Philosophie im
islamischen Kulturraum in entscheidender Weise und übte über Jahrhunderte
maßgeblichen Einfl uss aus. ʿUmar ibn Sahlān as-Sāwī (fl . um 1130)
gehört zu den wichtigen frühen Autoren, die sich intensiv mit Avicennas
Schriften auseinandersetzten und zur Verbreitung seiner Gedanken
beitrugen.
Die vorliegende Studie widmet sich Leben und Werk as-Sāwīs und fragt
insbesondere nach der Art und Weise seiner Avicenna-Rezeption. In der
bisherigen Forschung wurde as-Sāwī und sein Werk noch wenig beachtet;
seine Stellung im Rahmen der Avicenna-Rezeption wurde dabei allerdings
unterschiedlich bewertet: In einigen Arbeiten wird er als eigenständiger und
innovativer Philosoph beurteilt, während andere ihn ganz in der Tradition
Avicennas verortet sehen.
Ein genauerer Blick auf die arabischen und persischen Texte as-Sāwīs zeigt,
dass er als einer der ersten damit begann, das vielfältige Werk Avicennas
zu harmonisieren, und dabei auch Elemente von Philosophiekritikern wie
al-Ġazālī miteinbezogen hat. Eine weitere Leistung as-Sāwīs ist schließlich
darin zu sehen, dass sich dank seiner persischen Traktate das Neupersische
als Wissenschaftssprache weiter etablieren konnte.
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Zwischen Tradition und Innovation: Der Philosoph ʿUmar ibn Sahlān as-Sāwī und seine Avicenna-Rezeption
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