Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs regnete es plötzliche Zerstörung vom Londoner Himmel, ohne dass zuvor Sirenen heulten oder Bomber gesichtet wurden. Die Vergeltungswaffe 2 (V2) war die erste ballistische Langstreckenrakete der Welt. Da sie mit mehr als vierfacher Schallgeschwindigkeit aus der Stratosphäre auf ihr Ziel stürzte, schlug sie ein, bevor man den Lärm ihres Anflugs überhaupt hören konnte. Eine Abwehr war physikalisch unmöglich. Die wahre ingenieurtechnische Revolution der V2 lag jedoch nicht in ihrem explosiven Sprengkopf, sondern in ihrer Navigation. Um die Rakete auf Kurs zu halten, entwickelten die Ingenieure um Wernher von Braun ein analoges, gyroskopisches Lenksystem. Zwei rotierende Kreisel registrierten jede Abweichung von der Flugbahn und steuerten kleine Graphitruder direkt im extrem heißen Abgasstrahl, um den Koloss im Gleichgewicht zu halten. Dieses Buch dekonstruiert die Aerodynamik und die brutale Entstehungsgeschichte dieser Waffe. Sie analysieren die komplexe Thermodynamik des flüssigen Sauerstoffs, die Pionierleistung der Raumfahrt und die furchtbaren ethischen Abgründe der Zwangsarbeit im unterirdischen Komplex Mittelbau-Dora. Betrachten Sie den physikalischen Beginn des Weltraumzeitalters. Verstehen Sie die gnadenlose Mathematik der ballistischen Flugbahn, die den Krieg in die Stratosphäre verlagerte.
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Ballistische Flugbahnen: Zerstörerische Physik der V2-Rakete: Gyroskope, Ethanol, und der tödliche Eintritt der stratosphärischen Waffen in der europäischen Kriegsführung, 1944–1945
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