Im Zentrum dieses Fin-de-Siècle-Romans steht Dorian Gray, dessen Porträt altert, während er makellos bleibt – eine faustische Allegorie von Hedonismus, Narzissmus und den Grenzen ästhetischer Autonomie. Wilde verbindet Gothic-Motive mit dandyhafter, aphoristischer Prosa; Paradoxa und präzise Epigramme strukturieren eine Erzählung, die viktorianische Moral, Begehren und Kunstreligion prüft. Der Roman, 1890/91 in umstrittener Fassung erschienen, verhandelt die Macht der Darstellung: das Bild als ethischer Seismograph, die Oberfläche als Abgrund. Oscar Wilde (1854–1900), irischer Leitautor des Ästhetizismus, wurde in Oxford von Ruskin und Walter Pater geprägt; sein Credo "Kunst um der Kunst willen" trifft hier auf die Dekadenz eines Huysmans. Die skandalösen Reaktionen auf die Erstpublikation führten zu Überarbeitungen, darunter das berühmte Vorwort mit kunsttheoretischen Axiomen. Wildes Dandyismus, Bühnenerfahrung und die späteren Prozesse von 1895 beleuchten die im Roman durchgespielte Dialektik von Pose, Macht und Verletzbarkeit. Diese zweisprachige Ausgabe eröffnet einen präzisen Blick auf Wildes Register: Klang, Ironie und Wortspiele lassen sich am Original mit der deutschen Fassung vergleichen. Für Studium und Lektüre empfiehlt sie sich als tragfähige Basis für Close Reading und kulturhistorische Kontextualisierung. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
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Das Bildnis des Dorian Gray (Zusammengefasste Ausgabe): Bereicherte Ausgabe. Viktorianische Dekadenz zwischen Schönheit und Moral: ästhetische Bewegung, philosophische Fragen – zweisprachige Ausgabe
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