Paris liegt auf seinen Toten. Unter dem glänzenden Asphalt, unter Cafés und Boulevards und dem müden Licht der Straßenlaternen erstreckt sich ein zweites Paris – ein unterirdisches Labyrinth aus Stein, Knochen und Schweigen, das älter ist als die Stadt selbst. In sieben eindringlichen Geschichten führt Tomasz Wierzbicki seine Leser hinab in die Tiefen dieser verborgenen Welt. Im Mittelpunkt steht Céliane Roussard, eine Fotografin, die einen rätselhaften Auftrag annimmt: Sie soll allein in die untersten Ebenen der Pariser Katakomben hinabsteigen – jenseits der touristischen Routen, jenseits der offiziellen Karten. Was sie dort findet, verändert alles, was sie über sich selbst, ihre Mutter und die Stadt zu wissen glaubte. Wierzbickis Prosa ist präzise wie ein Kameraverschluss und dabei von beklemmender Sinnlichkeit. Er beschreibt nicht nur die Architektur des Untergrunds, sondern macht ihn spürbar – den Geruch feuchten Kalks, das ferne Rumpeln einer Métrolinie, die auf keiner Karte verzeichnet ist, die geometrische Stille von Schädeln, die jemand mit Absicht ausgerichtet hat. Das Übernatürliche schleicht sich leise ein, fast unmerklich, bis man nicht mehr sicher ist, ob man träumt oder wacht. "Das Fleisch der Stadt" ist kein gewöhnlicher Horrorband und kein bloßes Abenteuer. Es ist ein literarisches Werk über Erinnerung und Verlust, über das, was Städte mit ihren Toten machen – und was die Toten mit ihren Lebenden. Sieben Geschichten, sieben Abstürze in die Tiefe, jede mit ihrer eigenen, unverwechselbaren Stimme. Für alle, die das Dunkel unter der Oberfläche suchen.
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Das Fleisch der Stadt: Sieben Geschichten aus den Tiefen von Paris
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