Casimir Jelinek verwebt in diesem bemerkenswerten Erzählband neun eindringliche Geschichten, die sich um die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem böhmischen Pianisten Jan Ladislav Dussek und dem preußischen Prinzen Louis Ferdinand ranken. Im Herbst 1796 begegnen sich die beiden Musiker in den glanzvollen Sälen Berlins – eine Begegnung, die beide für immer verändern wird. Mit der feinen Beobachtungsgabe eines Menschenkenners und der Präzision eines Musikers zeichnet Jelinek das Portrait einer Epoche im Umbruch. Die napoleonischen Kriege werfen ihre Schatten über Europa, während in den Salons noch die Kerzen brennen und die Musik erklingt. Dussek, der weltgewandte Virtuose, der vor Kaisern und Fürsten spielt, und Louis Ferdinand, der hochbegabte Prinz in preußischer Uniform, finden in ihrer Liebe zur Musik eine Verbindung, die gesellschaftliche Konventionen und politische Wirren überschreitet. Die neun Geschichten spannen einen Bogen von den ersten zögernden Gesprächen vor dem Flügel bis zu den dramatischen Ereignissen der Schlachten, die Europa erschüttern. Jelinek gelingt es meisterhaft, die Atmosphäre der Zeit einzufangen: den Duft von Kerzenwachs und gepudertem Haar, die Pracht der Konzertsäle, aber auch die Kälte der Schlachtfelder und die Verzweiflung einer untergehenden Welt. Besonders beeindruckend ist die Art, wie der Autor Musik in Sprache übersetzt. Die Beschreibungen der Kompositionen und Aufführungen sind von solcher Intensität, dass man meint, die Klänge selbst zu hören.
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Elegie für einen Prinzen: Neun Geschichten über Freundschaft, Krieg und die Musik der Trauer
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