Aperçu
Niederländisch-polnische Beziehungen gibt es auch ansonsten. Sie laufen nicht nur geographisch über Deutschland, das vereinigte nunmehr; schmerzliche Erinnerungen gehören dazu, unterschiedlich, aber erkennbar. Der Niederländer sieht in Polen die Aktualität einer nur allzu vertrauten, aber bei ihm selber abgeebbten Reizbarkeit, bei deutschen Autoren aber Hemmungen, welche in seltsamem Kontrast zur Virtuosität der Gedankenführung stehen. Polen fühlt sich seit langem von Europa verlassen und ihm dennoch nach wie vor zugehörig und erhofft sich dort nunmehr einen angemessenen Spielraum für die Verwirklichung neuer Möglichkeiten, während andere ja schon zu resignieren drohen. Denn auch der Europagedanke ist kompromittiert worden, und das wirkt sich in der Versuchung aus, ihn zu verabschieden und der Frage auszuweichen, was denn zu geschehen habe. Das wird referiert und kommentiert. Die Sinnfrage taucht auf, und philosophische Anstrengungen werden nachgezeichnet in Auseinandersetzung mit Ortega, ter Braak, Guardini, Heidegger, Jaspers, Canetti, Habermas. Bildende Kunst und Musik fehlen nicht ganz.
So sei der Leser – der europamüde wie der hoffnungsfrohe – aufgefordert zur Teilnahme an solcher Besinnung.
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Eurovisionen: Vorstellungen von Europa in Literatur und Philosophie
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