Die transdisziplinäre Buchreihe Jüdische Gegenwart richtet den Blick gezielt auf das heutige jüdische Leben in seinen vielfältigen Ausprägungen und Stimmen. Während jüdische Geschichte und Kultur an deutschen Universitäten zunehmend institutionalisiert sind, konzentriert sich die Forschung oft auf vergangene Epochen oder philologische Zugänge – häufig aus nicht-jüdischer Perspektive. Dadurch bleiben zahlreiche Facetten zeitgenössischer jüdischer Erfahrung unberücksichtigt.
Ziel dieser Reihe ist es, genau hier anzusetzen: Sie rückt die Analyse gegenwärtiger Lebensrealitäten, jüdischen Denkens sowie gelebter jüdischer Perspektiven ins Zentrum. Dabei verzichtet sie bewusst auf simple identitätspolitische Zuschreibungen und wirbt stattdessen für eine kritische Reflexion aller beteiligten Positionen. Im Fokus stehen Fragen danach, wie Jüdinnen und Juden heute ihre Identität, kulturelle und religiöse Praxis, ihre Gemeinschaften und ihren gesellschaftlichen Platz aktiv definieren.