Es ist der wohl furchteinflößendste Zustand, den die moderne Neurologie kennt. Durch einen Schlaganfall oder eine traumatische Läsion im Hirnstamm (Pons) werden sämtliche motorischen Nervenbahnen, die vom Gehirn in den Körper führen, schlagartig und vollständig durchtrennt. Der Patient ist von der Nasenspitze abwärts komplett gelähmt, kann weder sprechen, schlucken noch atmen. Dies ist das Locked-in-Syndrom. Das Grausame an dieser Diagnose: Das Großhirn bleibt völlig intakt. Der Patient ist bei vollem, kristallklarem Bewusstsein, kann hören, sehen und fühlen, ist aber absolut unfähig, sich seiner Umwelt mitzuteilen. Da die Hirnnerven für die vertikale Augenbewegung oft verschont bleiben, ist ein verzweifeltes Blinzeln oder das Heben der Augen oft die einzige verbleibende Brücke zur Außenwelt. Dieses Buch seziert die neurologische Architektur dieser absoluten körperlichen Isolation. Wir beleuchten die dramatischen Fehldiagnosen, bei denen wache Patienten fälschlicherweise für hirntot erklärt wurden, und die modernen Brain-Computer-Interfaces, die versuchen, das Gefängnis des eigenen Fleisches zu durchbrechen. Stellen Sie sich der ultimativen Ohnmacht. Verstehen Sie die Anatomie eines Gehirns, das stumm und unsichtbar in einem stillgelegten Körper weiterschreit.
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Lebendig begraben: Die neurologische Isolation des Locked-in-Syndroms: Lähmung, Bewusstsein, und das absolute Gefängnis des eigenen Körpers in der klinischen Neurologie
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