In den engen Gassen des mittelalterlichen Rheinlands, zwischen brodelnden Märkten, romanischen Kirchen und dem ewig fließenden Rhein, entfaltet Fumiko Arase sieben Liebesgeschichten von zeitloser Tiefe und ungewöhnlicher Zartheit. "Rosen und Dornen" führt den Leser in eine Welt, in der Gefühle kaum ausgesprochen, aber dafür umso intensiver gelebt werden. Ein fahrender Sänger, der seine Verse in Holz ritzt. Eine Kaufmannstochter, die einen Dichter beim Wort nimmt. Händler, Kleriker, Witwen, Knechte und Edelleute – Arase versammelt sieben Paare, die von der Liebe überrascht werden, oft zur Unzeit, oft an den unmöglichsten Orten. Was diese Sammlung von gewöhnlicher Historienromantik unterscheidet, ist die bemerkenswerte Sprache der Autorin: präzise, sinnlich und atmosphärisch dicht, ohne je ins Sentimentale zu kippen. Arase schreibt Liebe als das, was sie im Mittelalter war – eine riskante, sozial gefährliche, manchmal verbotene Empfindung, die sich zwischen Standesdünkel und Kirchenrecht behaupten musste. Ihre Figuren sind keine Helden, sondern Menschen mit Fehlern, Zögern und kleinen Tapferkeiten. Das rheinländische Setting ist dabei weit mehr als Kulisse. Köln, Koblenz, die Weinberge und Klöster entlang des Flusses werden zum lebendigen Raum, der die Geschichten atmen lässt. Wer beim Lesen den Geruch von gesalzenem Fisch und feuchtem Stein zu spüren meint, liegt damit nicht falsch. Ein Buch für alle, die Liebesgeschichten mit Substanz suchen – voller Wärme, Witz und leiser Melancholie.
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Rosen und Dornen: Sieben Liebesgeschichten aus dem mittelalterlichen Rheinland
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