In "Solange wir atmen" verwebt Lena Vargaard acht eindringliche Geschichten zu einem literarischen Mosaik unserer Zeit – Geschichten über Menschen, die mit der Klimakrise ringen, an ihr verzweifeln und in ihr den Mut finden, sich zu erheben. Jede Erzählung ist ein eigenes Universum, doch alle verbindet die zentrale Frage: Wie leben wir weiter, wenn die Welt um uns herum aus den Fugen gerät? Die Enkelin Mira begleitet ihre Großmutter zu einem schwindenden Gletscher, um dessen Verschwinden zu dokumentieren. Eine Aktivistin stellt sich der Maschinerie des Black Friday entgegen. Ein Vater muss mit seiner Tochter durch eine lebensbedrohliche Hitzewelle navigieren. Ein Meeresbiologe ringt um das Erbe der sterbenden Korallenriffe. In jeder dieser Geschichten wird das Abstrakte der Klimakrise plötzlich greifbar, wird zu persönlichem Schmerz, zu konkreter Entscheidung, zu individueller Verantwortung. Vargaard schreibt mit einer ruhigen Intensität, die unter die Haut geht. Ihre Figuren sind keine Helden, sondern Menschen wie wir – mit Zweifeln, Ängsten und der ständigen Frage, ob das eigene Handeln überhaupt etwas bewirken kann. Dabei vermeidet die Autorin einfache Antworten und moralische Zeigefinger. Stattdessen zeichnet sie mit beeindruckender psychologischer Tiefe nach, wie aus Ohnmacht Wut wird, aus Wut Entschlossenheit und aus Entschlossenheit manchmal, aber nicht immer, Veränderung. Besonders eindrucksvoll ist die poetische Bildsprache, mit der Vargaard die Schönheit dessen beschreibt, was wir zu verlieren drohen – und gleichzeitig die Kraft, die im Widerstand liegt. "Solange wir atmen" ist ein Buch für alle, die nach Worten suchen für das Unbehagen unserer Zeit, und die dabei nicht den Glauben verlieren wollen, dass Veränderung möglich ist.
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Solange wir atmen: Acht Geschichten über Angst, Wut und die Kraft, die Welt zu verändern
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